Nach der Aufnahme aller Klassenstufen in den gebundenen Ganztag haben wir uns entschlossen, in diesem Schuljahr die Dokumentation unserer Schulprogramm- entwicklung zu verändern. Der Prozess der systematischen Arbeit in den letzten 5 Jahren wird zusammengefasst, der jetzige Stand wird beschrieben und ein Ausblick wird aufgezeigt. Im Schuljahr 05/06 begannen wir auf der Grundlage folgender Konzeptionen, - Maßnahmen zur individuellen Förderung im Unterricht
- Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf
- Zweisprachige Erziehung deutsch/türkisch
- Einbeziehung von Computern in den Unterricht und Vernetzung in der Schule
- Erweiterung der Spiel- und Freizeitangebote am Nachmittag
- Integration von Unterrichtsangeboten zum Sozialen Lernen
- Einrichtung eines Bildungsangebotes für die Eltern unserer Schüler/innen
- Institutionelle Öffnung der Schule zum Schulumfeld
- Vernetzung mit Kooperationspartnern
- Gesundheitsförderung, Suchtvorbeugung und Umwelterziehung
- Einbindung der Schulstation in die sozialpädagogische Arbeit der Schule
- Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit den Fachdiensten im Bezirk zur Unterstützung und Hilfe für Familien und deren Kinder
die wir vor dem Hintergrund der Problematik unseres Einzugsbereiches bereits erarbeitet und umgesetzt hatten, mit der systematischen Schulentwicklung. Wir formulierten übergeordnete und pädagogische Leitziele, die sich folgerichtig aus den genannten Konzeptionen ergaben: Unsere Schule ist ein Ort,
an dem alle unabhängig von ihrer Nationalität, Sprache, Kultur und Religion willkommen sind. Wir begreifen unsere Schule als eine Gemeinschaft auf der Grundlage der Demokratie, des Friedens, der Menschenwürde und der Gleichstellung der Geschlechter. Wir sehen in der Integration von Schüler/Innen nicht deutscher Herkunft eine wichtige Aufgabe und erwarten von allen am Schulleben Beteiligten die Bereitschaft zur Mitwirkung. Wir befähigen unsere Schüler/Innen, ihre Zukunft verantwortlich zu gestalten. - Wir fördern das Selbstbewusstsein und die Sozialkompetenz unserer Schüler/Innen, damit sie sich selbst und andere Menschen achten.
- Wir berücksichtigen die individuelle Leistungsfähigkeit unserer Schüler/Innen und tragen durch Fordern und Fördern zu ihrer bestmöglichen Entwicklung bei.
- Wir vermitteln unseren Schüler/Innen durch besondere Förderung die deutsche Sprache.
- Wir setzen unser Programm der zweisprachigen Alphabetisierung für unsere türkischen Schüler/Innen fort.
- Wir gestalten mit unseren Schüler/Innen eine Ganztagsschule, die Lern-, Erfahrungs- und Lebensraum ist.
- Wir halten unsere Schülerinnen und Schüler zu umwelt- und gesundheitsbewusstem Verhalten an.
- Wir beteiligen die Eltern an unserer Schul- und Erziehungsarbeit. Wir setzen die Öffnung unserer Schule fort und beziehen außerschulische kompetente Partner in unsere Arbeit ein.
Zur Umsetzung dieser Leitziele gestalteten und evaluierten wir in den jährlichen Fortschreibungen des Schulprogramms bis zum Schuljahr 2009/2010 zusammengefasst die folgenden Schwerpunkte: Aufbau einer gebundenen Ganztagsschule Wir bauten schrittweise inhaltlich und organisatorisch eine gebundene Ganztagsschule für alle 6 Klassenstufen auf mit dem Ziel, an unserer Schule einen ganztägigen Lern-, Erfahrungs- und Lebensraum zu schaffen. Alle Kinder lernen nun über den Tag verteilt im Unterricht, in Projekten, in Interessen- und Neigungsgruppen und auch an außerschulischen Lernorten. Dazwischen liegen Pausen, in denen die Kinder frühstücken, Mittag essen, entspannen und spielen. In allen Klassen lernen die Schüler/Innen im Rahmen des „Sozialen Lernens“ friedlich miteinander umzugehen. Im Rahmen der Schülerkonferenz, im Klassenrat und bei der Essenskommission wirken sie an der Gestaltung des Ganztages mit. Die Schüler/Innen erhalten verbindliche zusätzliche Lernzeiten, in denen sie Schulaufgaben unter Anleitung erledigen können. Lehrer/Innen und Erzieher/Innen begleiten so die Schüler/Innen den ganzen Tag und unterstützen sie bei ihren vielfältigen Lernerfahrungen.
Verbesserung der Unterrichtsqualität Schulinterne Curricula Um eine qualitative Unterrichtsentwicklung zu gewährleisten, erarbeiteten wir schulinterne Curricula für alle Fächer, - die die soziokulturellen Bedingungen unserer Schüler/Innen berücksichtigen,
- die eine einheitliche Leistungsbeurteilung ermöglichen,
- die den Sprachunterricht integrieren,
- die Differenzierungsmaßnahmen und
- die Entwicklung von Methodenkompetenzen als verbindlich festschreiben
Sprachförderprogramme Im Rahmen der Sprachförderung legten wir besonderen Wert auf die Leseförderung als Voraussetzung für das selbständige Arbeiten. Wir vereinbarten verbindlich freie Lesezeiten, Lesewettbewerbe und die Erstellung einer differenzierten Textsammlung. Eine Schülerbibliothek wurde auf - und ausgebaut.
IT-Bereich
Es wurde ein schulinternes Curriculum erstellt, das Mindeststandards für alle Klassenstufen festlegt und einen IT–Führerschein verpflichtend ausweist.
Differenzierungsmaßnahmen
Für die Differenzierung im Unterricht formulierten und evaluierten die Klassenstufen verbindliche Zielvereinbarungen.
Mathematikunterricht
Wir entschlossen uns am Modellversuch „SINUS-Transfer“ teilzunehmen, um die Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts in allen Klassenstufen zu steigern. Wir wollen schulintern gemeinsam den Mathematikunterricht dahingehend verbessern, dass wir die Eigenständigkeiten der Schüler/Innen beim Lösen von Aufgaben fördern. Dazu finden regelmäßige Arbeitstreffen und ein unterrichtsbezogener Erfahrungsaustausch statt. In den letzten 5 Jahren integrierten wir in unser Bildungskonzept verbindliche, jährliche wiederkehrende Unterrichtsangebote für alle Schüler/Innen: - Gewaltprävention in Zusammenarbeit mit der Polizei in Klassenstufe 6
- Aufklärungsgespräche mit Ärztinnen für die Mädchen in Klassenstufe 6
- Zusätzliches Schwimmen in den Klassenstufen 2, 5 und 6
- „Zauberhafte Physik“ in der Schulanfangsphase
Raumkonzept und Organisationsentwicklung
Raumkonzept Alle Klassenräume und die meisten Freizeiträume der einzelnen Jahrgangsstufen liegen innerhalb des Gebäudes nebeneinander. Seit diesem Schuljahr gibt es für Lehrer/Innen und Erzieher/Innen gemeinsame Teamräume. Zeitgleich richteten wir einen Arbeitsraum mit Computerarbeitsplätzen und einen Ruheraum ein. Organisation und Struktur von Teams
Die Lehrer/Innen und Erzieher/Innen arbeiten weitestgehend in einem Jahrgangsteam. Dieses Konzept ermöglicht durch die im Raumkonzept vorgegebene räumliche Nähe und durch die feste Zuordnung von Klassenlehrer/Innen und Klassenerzieher/Innen eine enge inhaltliche Verzahnung des ganztägigen Lernens. In einer Vereinbarung legten wir die Verbindlichkeit, die Inhalte und den zeitlichen Rahmen von Teamsitzungen fest. Um die Möglichkeit von Teamsitzungen in den einzelnen Klassenstufen zu gewährleisten, werden im Stundenplan dafür Zeiten ausgewiesen. Darüber hinaus entschieden wir uns, - die Teilnahme am Landesprogramm„Gute gesunde Schule“ mit dem Angebot der freiwilliger Teilnahme an einer SEIS-Umfrage
- die Einrichtung eines Krisenteams
in unser Schulprogramm aufzunehmen. Landesprogramm „Gute gesunde Schule“
Im Rahmen dieses Programms werden wir im Sinne einer gesundheitsförderlichen Schulentwicklung beraten und führen mit der Hilfe von externen Beratern Projekte in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung und Suchtprophylaxe durch. Wir entschlossen uns an der SEIS-Umfrage teilzunehmen, um nach der Schulinspektion im Dezember 2006 erneut den Stand unserer Schulentwicklung zu evaluieren. Anhand der Interpretation des Ergebnisses der Umfrage, an der Lehrer/Innen, Erzieher/Innen, Schüler/Innen und Eltern teilnahmen, wurden der Schule in fast allen Qualitätsbereichen große Stärken zugeschrieben. Drei Qualitätsmerkmale aus drei verschiedenen Qualitätsbereichen bedürfen einer weiteren Entwicklung und werden deshalb Arbeitsschwerpunkte:
- Selbstbestimmtes und selbstgesteuertes Lernen,
- Gesundheitsmanagement und
- Einbeziehung der Eltern in die Arbeit der Schule
Einrichtung eines Krisenteams
In Erweiterung des bestehenden Notfallordners für die Berliner Schulen bildeten wir im Schuljahr 2009/2010 ein Krisenteam, das ein zusätzliches individuelles Kriseninterventionskonzept erarbeitet. In den regelmäßig stattfindenden Sitzungen bereiten wir uns mit der Hilfe externer Berater auf mögliche Handlungsschritte in außergewöhnlichen Fällen vor und streben zugleich geeignete Präventionsmaßnahmen an.
Aktuelles Schulprogramm am Ende des Schuljahres 2009/2010 Zum jetzigen Zeitpunkt verbindet unser Schulprogramm vier entscheidende Gestaltungselemente zu einem ganztägigen Bildungskonzept, in dem unsere pädagogischen Leitziele verankert sind. Um den vielfältigen Lernvoraussetzungen unserer Schülerinnen und Schüler zu begegnen ist unser Schulprofil breit gefächert. Inhaltlich umfasst es die Bereiche Sprache, Forschen und Experimentieren, Sport, Gesundheit und Ernährung, Kunst, Theater und Musik.
1. Unser Ganztag Wir bieten allen Kindern einen Ort, an dem sie gemeinsam mit anderen den ganzen Tag mit Freude lernen und Erfahrungen sammeln können. Wir unterstützen sie auf ihrem Weg, den Herausforderungen des Lebens optimistisch zu begegnen und diese erfolgreich zu meistern. Wir legen Wert darauf, jedes Kind als Persönlichkeit ernst zu nehmen und seine Lernkompetenz bestmöglich zu entwickeln und zu fördern. Unsere Schule bietet deshalb über den Tag verteilt vielfältige und differenzierte Lernarrangements. Dazu gehören Pflichtaufgaben und auch Angebote für die unterschiedlichen Interessen und Neigungen unserer Kinder. In einer erweiterten Lernzeit erledigen die Schüler/innen unter Anleitung Übungsaufgaben in der Schule. Die Lehrer/innen und Erzieher/innen begleiten die Kinder den ganzen Tag und unterstützen sie bei ihren vielfältigen Lernerfahrungen. Der Schulalltag ist rhythmisiert. Es gibt Lernzeiten und Pausen. Bewegung und gesunde Ernährung sind wichtig und in den Ganztag integriert. Das gemeinsame Frühstück in der Lerngruppe und das Mittagessen in der Mensa fördern das Gemeinschaftsleben in unserem Ganztag. Unsere Schule nimmt deshalb am Landesprogramm „Gute Gesunde Schule“ teil. 2. Unsere Schulkultur Wir haben eine Schulkultur entwickelt, in der unsere Schüler/innen aus 22 verschiedenen Ländern in einem guten sozialen Klima lernen und leben können, Eltern Vertrauen aufbauen und ca. 80 Mitarbeiter/innen in den verschiedenen Bereichen der Schule miteinander kooperieren und qualifizierte Arbeit leisten. Unsere Schule versteht sich als eine Gemeinschaft aller am Schulleben Beteiligten, die einander in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptieren und achten. Gegenseitige Wertschätzung, Freundlichkeit, Höflichkeit, ein friedliches Miteinander und das gewaltfreie Lösen von Konflikten sind wesentliche Elemente unserer Schulgemeinschaft. Die Bereitschaft zur Mitwirkung wird von allen erwartet. Soziales Lernen geschieht durch Verantwortung und Beteiligung. Im Rahmen verschiedener Schülergremien wirken unsere Schüler/innen an der Gestaltung des Ganztages mit. Soziales Lernen ist bei uns Pflicht. Deshalb nehmen alle Schüler/innen in der ganzen Grundschulzeit einmal in der Woche an einem entsprechenden Kurs teil. Die Ausbildung zum Streitschlichter und diverse Angebote der Schulstation ergänzen diesen Lernbereich. Eine gemeinsam entwickelte Hausordnung setzt sehr klare Grenzen und ist für alle verbindlich. Das Nichteinhalten von Regeln hat an der Schule immer Konsequenzen.
Es gibt ein Krisenteam, in dem Mitarbeiter/innen aus allen Bereichen unserer Schule mitarbeiten. Es unterstützt unsere präventiven Maßnahmen, berät bei Konflikten und koordiniert Einsätze bei Krisen. 3. Der Unterricht Unterschiedliche Lernvoraussetzungen der Kindern sind für alle selbstverständlich. In fast allen Klassen lernen Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zusammen mit Kindern ohne Behinderung. Die verschiedenen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Lerntempi unserer Kinder finden natürlich auch Berücksichtigung im Unterricht. Das Prinzip der Differenzierung hat oberste Priorität. Die Kinder lernen sowohl in leistungsheterogenen als auch in leistungshomogenen temporären Lerngruppen und wie in der Schulanfangsphase auch in altersgemischten Gruppen. Lernausgangstests weisen den Weg für die individuelle Förderung. Es werden regelmäßig mit den Eltern Gespräche zum Lernstand der Kinder geführt. 4. Unsere Partner
Partner sind uns wichtig, denn sie unterstützen uns in unseren pädagogischen Zielsetzungen und sind deshalb langfristig in unsere Schulentwicklung integriert. Um den Ganztag für unsere Schüler/innen vielseitig anregend und interessant werden zu lassen, beziehen wir zusätzliche Angebote aus ganz unterschiedlichen Bereichen in unsere Arbeit mit ein. Neben der Kooperation mit Trägern der Jugendhilfe arbeiten wir mit Universitäten, Museen, Künstlern, Theaterpädagogen, Sportvereinen und der Musikschule zusammen. Für die Eltern unserer Schüler/innen ist die City VHS unser wichtigster Kooperationspartner. Mütterkurse und Elternklassen unterstützen das Deutschlernen und das Verständnis für unsere Bildungsarbeit. Wir haben ein Netzwerk entwickelt zur Unterstützung für Kinder und auch Eltern mit besonderen Problemen. Hierzu gehört unsere langjährige Kooperation mit den Fachdiensten im Bezirk Mitte. Muttersprachliche Mediatoren, die uns die RAA Berlin stellt, unterstützen unsere Arbeit mit Romafamilien und arabischen Familien. Ausblick
Der inhaltliche, organisatorische und strukturelle Aufbau unserer gebundenen Ganztagsschule ist uns gut gelungen. Wir werden deshalb ausgehend von dieser Basis verstärkt an dem Prozess einer veränderten Lernkultur im Ganztag weiter arbeiten.
Eine veränderte Lernkultur ist die Voraussetzung für eine gezielte Entwicklung und Verbesserung der Lernkompetenz unserer Schüler/innen in allen Kompetenzbereichen. Die Entwicklung eines an Kompetenzen orientierten Unterrichts erfordert in verstärktem Maße, die Lehr- und Lernarrangements an die individuellen Fähigkeiten unserer Schüler/innen anzupassen. Dieses Ziel und die damit einhergehende zu verändernde Lehrerrolle sind zentrale Themen unserer Schulentwicklung in den nächsten fünf Jahren.
Wir werden im Schuljahr 2010/2011 die einzelnen Schritte für eine verbesserte individuelle Förderung aller Schüler in den Gremien diskutieren und festlegen.
Im Rahmen des Gesundheitsmanagements wird es in erster Linie um die Gesundheit des pädagogischen Personals und um eine gesundheitsfördernde Lernumgebung gehen.
Die Elternmitarbeit soll verstärkt in den Gremien der Eltern diskutiert und mit Hilfe externer Partner verbessert werden.
Die Dokumentation unseres Schulentwicklungsprogrammes werden wir nach dieser Zusammenfassung verändern und neu systematisieren. Zahlen, Daten, Fakten, die sich von Jahr zu Jahr verändern, werden im Anhang dargelegt. |
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